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Downsizing bedeutet bei Ford: Drei Zylinder schöpfen ihre turboaufgeladene Kraft aus einem bzw. 1,5 Liter Hubraum. Das Konzept bewährt sich. Sechs mal in Folge wurde das Ecoboost-Aggregat zum „Engine of the Year“ gekürt. Im neuen Focus haben bei den Benziner vorerst die Vierzylinder ausgedient.

Wenn ein neuer Fahrzeugtest ansteht, blickt man gerne einmal zurück und erinnert sich an seine eigene automobile Vergangenheit.

Mein erster Neuwagen war 1989 ein schwarzer Ford Escort RS Turbo. 132 PS aus 1.600 ccm, vier Zylinder, von Null auf 100 in etwas über acht Sekunden und 206 Spitze. Damals eine Rakete zum Neuwagenpreis von 32.000 DM. Verbrauch? Egal, der Wagen war pures Fahrvergnügen, der Turbobumms war Pflicht, Fahrwerk und die Recarositze allererste Sahne.

Nun stehe ich dreißig Jahre später vor seinem Erben. Seit 1998 heißt er Focus, aus Turbo wurde Ecoboost, aus vier Zylinder drei und der Hubraum entspricht einer Milchpackung. Umwelt, Abgasanforderungen und 6 d-TEMP diktieren heute das Lastenheft der Ingenieure.

Okay, ich grübele ein wenig. Ein Motörchen, das aus einem Liter 92 kW/125 PS herausholt. Es wird sich zeigen, meine Skepsis ist fehl am Platz, denn nicht umsonst wurde das Kölner Triebwerk in der Fachpresse über den Klee gelobt und mit Auszeichungen überschüttet. Optisch spricht mich das neue Design auf alle Fälle schon mal an. Seine Dynamic-Blau-metallic-Lackierung sieht verdammt gut aus in der Frühjahrssonne und verpaßt der neuen Karosserie ein edles und gleichzeitig sportliches Auftreten. Ich steige ein. Hier bin ich nicht das Maß der Dinge mit meinen stämmigen 1,98 m und doch finde ich etwas vor, was nicht immer der Fall ist: Platz, Raumgefühl nach oben, rechts, links und vorne! Und dann diese Sitze. Ich fühle mich 30 Jahre zurück versetzt. Das verstehe ich als Kompliment, denn egal ob auf Kurzstrecke oder mal 400 Kilometer über die Autobahn, ich steige aus und bin entspannt. Wie in meinem RS Turbo.

 


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Start! Der flotte Dreier unter der Haube erwacht zum Leben. Selbstverständlich hat er seinen eigenen Klang, dass ihm ein Zylinder fehlt ist während der Warmlaufphase nicht zu leugnen, im Fahrbetrieb jedoch fällt das nicht groß ins Gewicht. Der Focus fährt sich angenehm, schafft den Sprint auf 100 in 10 Sekunden und auf der A1 liefert er bergab GPS-gemessene 208 km/h.

Das Fahrwerk ist harmonisch abgestimmt, er liegt satt und schluckt nervige Autobahnflickstücke im Asphalt als wären sie nicht vorhanden. Mein Blick auf den Bordcomputer zeigt, Spaß muß nicht mit hohem Sprikonsum einher gehen. Auf der Autobahn waren es 7,5 Liter, bei meiner Überführungsfahrt von Köln nach Koblenz über die A59 und die B9 sogar nur 5,1 Liter. Dabei belaufen sich die CO2-Emissionen laut Hersteller auf 115-108 gr/km.

Der Focus in der etwas gehobeneren Ausstattungsvariante „Titanium“ überzeugt mich immer mehr. Seine Assistenzsysteme entsprechen den heutigen Erwartungen, das Head-Up-Display für 450,- Euro Aufpreis möchte ich nicht missen und für 550,- Euro mehr gibt es das Ford-Navi incl. B&O Play und DAB.

Mein Testwagen kam incl. jeder Menge Serienausstattung und einigen zusätzlichen Features auf einen Gesamtpreis von 31.495,- Euro, die Focus-Baureihe an sich geht bei 18.700,- Euro los.

Fazit: Meine Skepsis was Downsizing angeht konnten die Kölner ausräumen. Das Leistungsspektrum ihrer 3-Zylinder von 63 kW/85 PS bis sage und schreibe 134 kW/182 PS ist beeindruckend. Für den Alltag ist man mit dem Mittelweg und den 125 Pferdchen jedenfalls bestens bedient.

Bericht/Fotos: Guido Strauss

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